Was kann die KI in der Kleinanzeigen-App, und was nicht?
Die KI der Kleinanzeigen-App ist praktisch, wenn es schnell gehen soll. Seit August 2025 hilft sie bei den Texten, seit November 2025 reicht dafür ein einziges Foto. Du lädst es in der App für iOS oder Android hoch, tippst auf „Mit KI-Unterstützung starten“ und bekommst Titel, Kategorie und Beschreibung vorgeschlagen. Sie nutzt dafür nur das erste Foto, ist freiwillig und bei Autos und Motorrädern nicht dabei. Wer sie nicht mag, wählt „Anzeige ohne KI erstellen“.
Einen Preisvorschlag nennt die Hilfeseite von Kleinanzeigen dabei nicht, und Mängel kennt die KI nur, wenn du sie ihr sagst. Beim Preis und bei den Nachrichten, die danach kommen, hilft dir deine eigene Anweisung an ChatGPT oder Claude.
Wie findest du mit KI einen realistischen Preis?
Die Frage „Was ist das noch wert?“ ist der Punkt, an dem die meisten Anzeigen hängen bleiben. Die KI kann im Netz nach vergleichbaren Angeboten suchen und dir eine Spanne nennen. Dabei siehst du, was andere verlangen, aber nicht, zu welchem Preis am Ende verkauft wurde. Nimm die Spanne deshalb als Ausgangspunkt und wirf heute noch einen eigenen Blick auf die aktuellen Angebote, denn die ändern sich.
Bei mir war es eine Akustikwand aus dem Büro, die ich selbst gebraucht gekauft hatte. Ich habe die KI nach dem Preis gefragt, sie nannte mir eine Spanne von 50 bis 100 Euro und schrieb die Anzeige gleich mit. Nach drei Tagen war die Wand verkauft, an einen Selbstabholer, der kaum verhandelt hat, und ich habe 70 Euro dafür bekommen. Das ist ein einzelner Fall und kein Versprechen, aber es zeigt, warum ich lieber mit einer Spanne arbeite als mit einem Preis aus dem Bauch.
Wie schreibst du Schritt für Schritt eine Anzeige mit KI?
- Foto machen. Gutes Licht, ruhiger Hintergrund, keine Namen, keine Post und keine Personen im Bild.
- Angaben sammeln. Gegenstand, Marke, Alter, Zustand, bekannte Mängel und ob du ihn abgibst oder versendest.
- Anweisung an die KI schicken. Mit eingeschalteter Websuche, damit sie vergleichbare Angebote findet.
- Ergebnis prüfen. Stimmen Zustand und Mängel? Klingt der Text nach dir? Den Preis heute noch einmal gegenprüfen.
Und dann kommt die Nachricht, die jede kennt: „Letzter Preis?“ Auch dafür brauchst du keinen Anlauf.
Wie du der KI generell klarer sagst, was du willst, steht im Artikel KI richtig fragen. Wenn die erste Antwort nicht passt, hilft der Artikel Nachfragen statt sich zufrieden geben.
Wie schützt du dich beim Verkaufen vor Betrug?
Die gute Nachricht vorab: Die meisten Käuferinnen und Käufer sind seriös. Trotzdem warnen die Verbraucherzentralen vor gefälschten Zahlungslinks und vor Interessenten, die dich aus dem Chat der Plattform herauslocken wollen. Ihr Rat: Kommuniziere und bezahle nur über die Plattform, öffne keine Links, QR-Codes oder externen Seiten und gib TANs, Passwörter und Kartendaten niemals weiter. Auch eine Ausweiskopie bringt keine zusätzliche Sicherheit. Im Zweifel brichst du lieber ab.
Wie du eine verdächtige Nachricht mit KI prüfst, zeigt der Artikel Betrugsmail oder Schockanruf? So erkennst du beides mit KI.
Häufige Fragen
Reicht die KI in der Kleinanzeigen-App?
Für einen schnellen Text ja. Für Preis und Antworten auf Nachrichten lohnt sich eine eigene Anweisung an ChatGPT oder Claude.
Kann ChatGPT die aktuellen Preise sehen?
Mit eingeschalteter Websuche kann es Angebote finden. Ob es eine bestimmte Plattform lesen kann, hängt vom Tool ab. Zu welchem Preis am Ende verkauft wurde, siehst du auf Kleinanzeigen nicht.
Darf ich Fotos in die KI hochladen?
Ja, aber ohne Personen, Namen oder Adressen im Bild. Was du in eine KI eingeben darfst, erklärt der Artikel KI und Datenschutz.
Kostet das etwas?
ChatGPT, Claude und Perplexity gibt es in der Basisversion kostenlos. Mehr dazu steht im Artikel ChatGPT kostenlos nutzen, reicht das?
Fazit
Die KI der App spart dir Tipparbeit, deine eigene Anweisung spart dir das Grübeln über Preis und Antworten. Prüf am Ende immer selbst, ob Zustand, Mängel und Preis stimmen, denn du bist es, die verkauft.
Was KI dabei insgesamt kann und wo ihre Grenzen liegen, zeigt der Artikel Was KI kann und was nicht.
