Ich sitze vor meiner Kursteilnehmerin Brigitte. Sie hat gerade ChatGPT geöffnet, die Hände auf der Tastatur — und hält inne.
„Silke, darf ich das überhaupt? Was passiert mit dem, was ich eintippe?"
Gute Frage. Und eine, die ich oft höre. Also lass uns das ein für alle Mal klären — ohne Juristendeutsch, ohne Panikmache.
Was passiert eigentlich mit deinen Eingaben?
Wenn du etwas in ChatGPT eintippst, landet dieser Text auf Servern von OpenAI in den USA. Bei neuen Accounts ist die Nutzung deiner Eingaben zur Verbesserung der KI oft zunächst aktiviert — du kannst das aber jederzeit in den Einstellungen ausschalten.
Das klingt erst mal beunruhigend. Ist es aber nur dann ein Problem, wenn du persönliche Daten eingibst: deinen echten Namen, Adressen, Gesundheitsinfos, Daten anderer Menschen. Dann minimierst du das Risiko erheblich.
Die eine Einstellung, die du jetzt ändern solltest
ChatGPT hat eine Einstellung, die viele nicht kennen: Du kannst das Training mit deinen Daten deaktivieren. Das geht in wenigen Sekunden.
So geht es: ChatGPT öffnen → oben rechts auf dein Profilbild klicken → „Einstellungen" → „Datenkontrolle" → „Modellverbesserungen für alle verbessern" ausschalten.
Danach werden deine Eingaben nicht mehr für das Training verwendet. Du nutzt ChatGPT weiterhin vollständig — aber mit mehr Kontrolle über deine Daten. Vorsicht: Daten können trotzdem gespeichert werden (z. B. zur Bereitstellung/Sicherheit). Je nach Tool und Version (kostenlos vs. Business) gelten unterschiedliche Datenschutzbedingungen.
Was ist DSGVO — und warum betrifft mich das?
Die DSGVO ist das europäische Datenschutzgesetz. Es regelt, wie mit personenbezogenen Daten umgegangen werden darf. Für private Nutzung von ChatGPT im Alltag — Rezepte suchen, Texte formulieren, Reisen planen — ist sie für dich als Privatperson kaum relevant.
Relevant wird sie, wenn du als Selbstständige oder im Beruf Daten anderer eingibst. Kundennamen, Mitarbeiterdaten, vertrauliche Unternehmensinformationen — das gehört nicht in die kostenlose ChatGPT-Version. Fachleute für Datenschutz empfehlen stattdessen anonymisierte Beispiele zu verwenden: statt „Meine Kundin Petra Meier aus Hamburg" lieber „meine Kundin, Ende 50, selbstständig".
Drei einfache Regeln — Du bewegst dich in einem sicheren Rahmen
Regel 2: Trainings-Einstellung in ChatGPT deaktivieren (s. oben).
Regel 3: Vertrauliche Berufsdaten nur in Business-Versionen mit Datenschutzvertrag eingeben — oder gar nicht.
Das war es. Wirklich. Wer diese drei Regeln befolgt, kann ChatGPT täglich und entspannt nutzen — ohne rechtliche Grauzone.
Und was ist mit dem EU AI Act?
Seit Februar 2025 gilt der EU AI Act — das weltweit erste umfassende KI-Gesetz. Für Privatpersonen ändert sich dadurch im Alltag erstmal wenig. Wichtig zu wissen: KI-Anbieter müssen transparenter machen, wie ihre Systeme funktionieren und welche Risiken bestehen. Das ist ein Schritt in Richtung mehr Transparenz — gut für uns alle.
Wenn dich das Thema KI und Datenschutz im Beruf interessiert, erkläre ich in meinem Workshop, wie du KI sicher und regelkonform in deinen Arbeitsalltag integrierst. Mehr dazu auch in meinem Artikel warum KI grundlegend anders funktioniert als Google.
