KI & Datenschutz

KI und Datenschutz: Was du wirklich wissen musst — ohne Juristendeutsch

April 2026 · 5 Min. Lesezeit · Von Silke Zapatka

ChatGPT nutzen und gleichzeitig auf der sicheren Seite sein — ist das möglich? Ja. Wenn du drei Dinge weißt. Hier sind sie, einfach erklärt.

KI und Datenschutz: Nahaufnahme Hände über Laptop-Tastatur mit goldenem Schloss — ChatGPT sicher und DSGVO-konform nutzen

Ich sitze vor meiner Kursteilnehmerin Brigitte. Sie hat gerade ChatGPT geöffnet, die Hände auf der Tastatur — und hält inne.

„Silke, darf ich das überhaupt? Was passiert mit dem, was ich eintippe?"

Gute Frage. Und eine, die ich oft höre. Also lass uns das ein für alle Mal klären — ohne Juristendeutsch, ohne Panikmache.

Was passiert eigentlich mit deinen Eingaben?

Wenn du etwas in ChatGPT eintippst, landet dieser Text auf Servern von OpenAI in den USA. Bei neuen Accounts ist die Nutzung deiner Eingaben zur Verbesserung der KI oft zunächst aktiviert — du kannst das aber jederzeit in den Einstellungen ausschalten.

Das klingt erst mal beunruhigend. Ist es aber nur dann ein Problem, wenn du persönliche Daten eingibst: deinen echten Namen, Adressen, Gesundheitsinfos, Daten anderer Menschen. Dann minimierst du das Risiko erheblich.

Die wichtigste Datenschutz-Regel für KI: Keine echten Personendaten in den Prompt. Keine Namen. Keine Adressen. Keine Krankengeschichten anderer.

Die eine Einstellung, die du jetzt ändern solltest

ChatGPT hat eine Einstellung, die viele nicht kennen: Du kannst das Training mit deinen Daten deaktivieren. Das geht in wenigen Sekunden.

So geht es: ChatGPT öffnen → oben rechts auf dein Profilbild klicken → „Einstellungen" → „Datenkontrolle" → „Modellverbesserungen für alle verbessern" ausschalten.

Danach werden deine Eingaben nicht mehr für das Training verwendet. Du nutzt ChatGPT weiterhin vollständig — aber mit mehr Kontrolle über deine Daten. Vorsicht: Daten können trotzdem gespeichert werden (z. B. zur Bereitstellung/Sicherheit). Je nach Tool und Version (kostenlos vs. Business) gelten unterschiedliche Datenschutzbedingungen.

Was ist DSGVO — und warum betrifft mich das?

Die DSGVO ist das europäische Datenschutzgesetz. Es regelt, wie mit personenbezogenen Daten umgegangen werden darf. Für private Nutzung von ChatGPT im Alltag — Rezepte suchen, Texte formulieren, Reisen planen — ist sie für dich als Privatperson kaum relevant.

Relevant wird sie, wenn du als Selbstständige oder im Beruf Daten anderer eingibst. Kundennamen, Mitarbeiterdaten, vertrauliche Unternehmensinformationen — das gehört nicht in die kostenlose ChatGPT-Version. Fachleute für Datenschutz empfehlen stattdessen anonymisierte Beispiele zu verwenden: statt „Meine Kundin Petra Meier aus Hamburg" lieber „meine Kundin, Ende 50, selbstständig".

Drei einfache Regeln — Du bewegst dich in einem sicheren Rahmen

Regel 1: Keine echten Namen, Adressen oder Kontaktdaten in den Prompt.

Regel 2: Trainings-Einstellung in ChatGPT deaktivieren (s. oben).

Regel 3: Vertrauliche Berufsdaten nur in Business-Versionen mit Datenschutzvertrag eingeben — oder gar nicht.

Das war es. Wirklich. Wer diese drei Regeln befolgt, kann ChatGPT täglich und entspannt nutzen — ohne rechtliche Grauzone.

Und was ist mit dem EU AI Act?

Seit Februar 2025 gilt der EU AI Act — das weltweit erste umfassende KI-Gesetz. Für Privatpersonen ändert sich dadurch im Alltag erstmal wenig. Wichtig zu wissen: KI-Anbieter müssen transparenter machen, wie ihre Systeme funktionieren und welche Risiken bestehen. Das ist ein Schritt in Richtung mehr Transparenz — gut für uns alle.

Wenn dich das Thema KI und Datenschutz im Beruf interessiert, erkläre ich in meinem Workshop, wie du KI sicher und regelkonform in deinen Arbeitsalltag integrierst. Mehr dazu auch in meinem Artikel warum KI grundlegend anders funktioniert als Google.

Quellen

KI sicher nutzen — von Anfang an

Du willst ChatGPT im Alltag nutzen, ohne dich zu fragen ob das alles so in Ordnung ist? Im KI-Basics-Workshop zeige ich dir, wie das entspannt und sicher geht.

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Silke Zapatka, KI-Trainerin und Gründerin von SilKI
Silke Zapatka

Silke Zapatka ist IHK-zertifizierte KI-Managerin und Gründerin von SilKI (silKI-KI.de) — KI-Workshops für Frauen ab 40. Sie hilft Frauen ohne Vorkenntnisse dabei, ChatGPT und andere KI-Tools sicher in ihren Alltag zu integrieren. Live online, max. 12 Teilnehmerinnen, ab 89 €.