Meine Teilnehmerin Ingrid hat mir letzte Woche geschrieben: Silke, ich habe ChatGPT gefragt, ob meine Mutter Ibuprofen nehmen darf. Die Antwort klang so überzeugend. Aber stimmt die auch? Gute Frage. Und sie führt direkt zu dem, was ich für das Wichtigste halte: KI klingt immer überzeugend. Das bedeutet nicht, dass sie immer recht hat. Also lass uns sortieren, was KI wirklich kann und wo du ihr besser nicht vertraust.
Was kann KI richtig gut?
- Texte formulieren und überarbeiten. Die Königsdisziplin. E-Mails entschärfen, Briefe strukturieren, Ideen in verständliche Sprache verwandeln. Dabei ist KI schnell und oft besser, als wir es selbst wären.
- Zusammenfassen. Langer Artikel, langes Dokument, komplizierter Vertrag: KI liest das in Sekunden und gibt dir die wichtigsten Punkte. Das spart Stunden.
- Ideen entwickeln. Für ein Geschenk, ein Rezept, einen Urlaub, ein Konzept. KI denkt in viele Richtungen gleichzeitig und kommt auf Ideen, auf die wir allein nicht kämen.
- Erklären. Komplizierte Themen einfach erklärt, Steuern, Medizin, Technik, Geschichte. KI erklärt geduldig, so oft und so einfach du willst.
- Übersetzen. Nicht nur Wort für Wort, sondern mit Ton und Kontext. Ehrlich gesagt deutlich besser als eine reine Wortübersetzung.
Merksatz: KI ist stark bei allem, was mit Sprache, Ideen und bekanntem Wissen zu tun hat. Je etablierter das Wissen, desto sicherer die Antwort.
Was kann KI nicht, und wo musst du aufpassen?
- Aktuelle Fakten kennen. Die meisten Modelle haben einen Wissensstand mit Stichtag. Was danach passiert ist, weiß die KI nicht. Sie erfindet dann manchmal etwas Plausibles, das nennt sich Halluzination. Perplexity liefert dafür die Quellen mit.
- Immer die Wahrheit sagen. KI lügt nicht absichtlich, aber sie irrt sich, und das mit großer Überzeugung. Quellen, Zahlen, Namen und Daten immer nachprüfen, wenn es wichtig ist.
- Dich wirklich kennen. KI weiß nicht, wer du bist und wie sich dein Leben anfühlt. Sie kann antworten, aber sie fühlt nicht. Für echte emotionale Unterstützung brauchst du echte Menschen.
- Medizinische Diagnosen stellen. Das ist keine KI-Aufgabe. Allgemeine Informationen ja, aber keine individuelle Diagnose und keine Therapieempfehlung. Für Ingrids Frage zur Ibuprofen-Dosis: Apotheke anrufen.
- Rechtssichere Auskunft geben. Steuerrecht, Mietrecht, Erbrecht: KI kennt die Grundlagen, aber nicht deinen konkreten Fall. Für wichtige Entscheidungen zur Fachberatung.
Was bedeutet das für dich?
KI ist kein Orakel und kein Ersatz für Fachleute bei wichtigen Fragen. Als tägliche Assistentin für Schreiben, Denken, Organisieren und Recherchieren ist sie aber sehr wertvoll. Der Trick ist zu wissen, wann du ihr vertraust und wann du nachprüfst. Genau das lernst du im Umgang mit ihr, und es dauert keine Woche, bis es sich natürlich anfühlt. Wie du dabei am besten vorgehst, zeigt der Artikel Nachfragen statt sich zufrieden geben.
Häufige Fragen
Warum klingt KI so überzeugend, auch wenn sie sich irrt?
KI ist darauf trainiert, flüssige, sichere Sprache zu erzeugen. Sicher klingen und recht haben sind aber zwei verschiedene Dinge. Deshalb bei wichtigen Angaben immer gegenprüfen.
Was ist eine Halluzination bei KI?
So nennt man es, wenn die KI etwas Plausibles erfindet, das nicht stimmt, zum Beispiel eine Quelle oder eine Zahl. Das passiert vor allem bei Themen außerhalb ihres Wissensstands.
Kann ich KI für Gesundheits- oder Rechtsfragen nutzen?
Zum Verstehen ja, zum Entscheiden nein. KI erklärt dir Begriffe und Zusammenhänge, aber für Diagnosen, Dosierungen oder rechtssichere Auskünfte fragst du eine Fachperson.
Welches Tool liefert Quellen mit?
Perplexity zeigt bei jeder Antwort die Quellen an. Mehr dazu im Artikel ChatGPT ist nicht das einzige KI-Tool.
Fazit
KI ist genial bei Sprache, Ideen und bekanntem Wissen und unzuverlässig bei allem, was aktuell, sehr persönlich oder rechtlich heikel ist. Wer diese Grenze kennt, nutzt sie mit Gewinn und ohne böse Überraschung. Behandle sie als kluge Assistentin, nicht als letzte Instanz, und hol dir bei wichtigen Entscheidungen den menschlichen Gegencheck.
