Montagabend, 19 Uhr, mein erstes eigenes Webinar. Etwa zwanzig Frauen, engagiert und neugierig. Ich stelle die Frage in die Runde: Welche KI-Tools kennt ihr? Stille. Dann, fast gleichzeitig: ChatGPT. Das war es, alle zwanzig, ein Tool. Als gäbe es nur einen einzigen Supermarkt auf der Welt. Das ist kein Versagen. ChatGPT ist einfach das lauteste Tool, das, worüber alle reden. Aber es ist nicht das einzige, und für manche Aufgaben nicht einmal das beste.
Warum reicht ChatGPT allein nicht?
KI ist kein einzelnes Programm, sondern eine Werkzeugkiste. Genauso wie du für einen Nagel einen Hammer nimmst und für eine Schraube einen Schraubenzieher, gibt es für verschiedene Aufgaben verschiedene KI-Tools, mit echten Unterschieden. ChatGPT ist vielseitig und gut darin, Text zu erzeugen und Ideen zu entwickeln. Es hat aber zwei Schwächen, die viele Nutzerinnen früher oder später frustrieren.
- Wissensstand mit Stichtag. Das Basismodell weiß nicht unbedingt, was letzte Woche passiert ist.
- Keine Quellenangaben. ChatGPT behauptet Dinge mit großer Zuversicht, ohne dir zu sagen, woher es das hat. Bei wichtigen Entscheidungen kann das zum Problem werden.
Was kann Claude besser?
Claude ist ein KI-Tool des Unternehmens Anthropic und mein persönlicher Favorit für alles, was mit Denken, Schreiben und Strukturieren zu tun hat.
- Texte schreiben und überarbeiten: E-Mails, Beiträge, schwierige Nachrichten. Claude formuliert nuanciert und passt den Ton an, den du brauchst.
- Gedanken sortieren: Wenn dein Kopf voll ist und du nicht weißt, wo du anfangen sollst, ist Claude ein geduldiger Sparringspartner.
- Komplexe Themen vereinfachen: Claude erklärt schwierige Konzepte verständlich, ohne dich zu überfordern.
- Lange Dokumente analysieren: Du kannst Claude einen Vertrag, Bericht oder Artikel geben und gezielt Fragen dazu stellen.
Claude ist kostenlos nutzbar unter claude.ai, du kannst direkt loslegen.
Wofür ist Perplexity gut?
Perplexity öffne ich immer dann, wenn ich aktuelle Informationen brauche und wissen möchte, woher sie stammen. Anders als ChatGPT durchsucht Perplexity bei jeder Anfrage aktiv das Internet und zeigt dir die Quellen, aus denen es die Antwort zusammengestellt hat. Du siehst also nicht nur das Ergebnis, sondern kannst es direkt überprüfen.
- Aktuelle Infos recherchieren: Preise, Gesetze, Neuigkeiten, Studien. Perplexity liefert den aktuellen Stand.
- Fakten prüfen: Bevor du etwas Wichtiges glaubst oder weitergibst, kannst du schnell nachprüfen, was wirklich belegt ist.
- Themen schnell durchdringen: Von Steuerfragen bis zu medizinischen Begriffen, Perplexity gibt dir einen strukturierten Überblick mit Links zum Weiterlesen.
Perplexity ist kostenlos nutzbar unter perplexity.ai, für den Einstieg brauchst du nicht einmal ein Konto.
ChatGPT, Claude oder Perplexity, wann nimmst du was?
Eine einfache Faustformel für den Alltag.
- Du willst etwas schreiben oder formulieren? Nimm Claude.
- Du brauchst aktuelle Fakten mit Belegen? Nimm Perplexity.
- Du willst Ideen sammeln oder kreativ werden? ChatGPT und Claude sind beide gut.
Wenn du die Unterschiede genauer verstehen willst, hilft der Vergleich im Artikel ChatGPT, Claude und Perplexity im Vergleich. Und ob sich für dich ein Abo lohnt, liest du unter ChatGPT kostenlos oder Abo.
Die Fakten-Finderin zum Ausprobieren
Diese Anweisung funktioniert direkt bei perplexity.ai. Einfach kopieren, dein Thema einsetzen und schauen, was zurückkommt.
Ersetze [dein Thema] durch das, was dich gerade beschäftigt, zum Beispiel Elterngeld nach Selbstständigkeit, neue Regelungen für Minijobs oder den Unterschied zwischen Burnout und Erschöpfungsdepression.
Häufige Fragen
Sind Claude und Perplexity kostenlos?
Ja, beide haben eine kostenlose Version. Claude nutzt du unter claude.ai, Perplexity unter perplexity.ai, für den Einstieg brauchst du dort nicht einmal ein Konto.
Muss ich mehrere Tools parallel nutzen?
Nicht zwingend. Es reicht zu wissen, wofür welches Tool am besten geeignet ist. Zum Schreiben Claude, für Recherche mit Belegen Perplexity, für vieles andere ChatGPT.
Warum liefert ChatGPT keine Quellen?
Das Basismodell erzeugt Text aus dem Gelernten, ohne bei jeder Antwort das Internet zu durchsuchen. Für belegte, aktuelle Informationen ist Perplexity die bessere Wahl.
Welches Tool ist für Einsteigerinnen am einfachsten?
Perplexity ist ein niedrigschwelliger Start, weil du ohne Konto direkt eine Frage stellen kannst. Am wichtigsten ist, mit dem Tool anzufangen, das sich für dich am einfachsten anfühlt.
Fazit
Du musst nicht jedes KI-Tool kennen. Aber wenn du weißt, dass es mehr gibt als ChatGPT und wofür das jeweilige Tool am besten taugt, arbeitest du entspannter, schneller und mit mehr Vertrauen in deine Ergebnisse. Mein Vorschlag für heute: Probier Perplexity aus, stell ihr eine Frage, die dich beschäftigt, und schau, wie anders sich das anfühlt.
