In meinem ersten Webinar habe ich gefragt: „Welche KI-Tools kennt ihr?"
Zwanzig Frauen. Fast alle gleichzeitig: „ChatGPT."
Ein Name. Als gäbe es nur einen Supermarkt auf der Welt.
Das ist nicht falsch — ChatGPT ist das bekannteste Tool. Aber es ist nicht das einzige. Und es ist nicht immer das beste. Für manche Aufgaben greife ich täglich zu Claude oder Perplexity — und es macht einen echten Unterschied.
ChatGPT — der Generalist
Gemacht für: Fast alles. Texte schreiben, Ideen entwickeln, Fragen beantworten, Bilder erstellen (in der Plus-Version), Code schreiben. ChatGPT ist der Schweizer Taschenmesser unter den KI-Tools.
Besonders stark bei: Aufgaben, die du schnell erledigen willst. Kurzer Text, schnelle Idee, einfache Frage.
Schwächer bei: Aktuellen Informationen — ChatGPT hat ein Wissensdatum und weiß nicht was gestern in den Nachrichten war. Ohne Websuche zumindest.
Kostenlos bei: chatgpt.com
Claude — der Schreibpartner
Gemacht für: Längere Texte, differenzierte Antworten, nuancierte Gespräche. Claude von Anthropic schreibt oft natürlicher als ChatGPT — weniger formell, mehr wie eine kluge Gesprächspartnerin.
Besonders stark bei: E-Mails formulieren, längere Dokumente überarbeiten, komplexe Themen durchdenken. Wenn du möchtest, dass ein Text wirklich wie du klingt — Claude ist oft die bessere Wahl.
Schwächer bei: Bildgenerierung (kann Claude nicht) und sehr kurzen, schnellen Aufgaben.
Kostenlos bei: claude.ai
Perplexity — die Recherche-Assistentin
Gemacht für: Recherche mit Quellenangaben. Anders als ChatGPT und Claude sucht Perplexity aktiv im Internet und zeigt dir die Quellen direkt in der Antwort.
Besonders stark bei: Aktuelle Informationen — Nachrichten, Fakten, Zahlen die sich ändern. Wenn du wissen willst ob etwas stimmt und woher die Info kommt.
Schwächer bei: Texte schreiben und kreative Aufgaben — das ist nicht Perplexitys Stärke.
Kostenlos bei: perplexity.ai (kein Account nötig)
Schneller Text oder Idee → ChatGPT. Langer Text der gut klingen soll → Claude. Aktuelle Fakten mit Quellen → Perplexity. Und wenn ich nicht sicher bin? Ich probiere alle drei und schaue was am besten passt.
Alle drei kostenlos — wo fange ich an?
Wenn du gerade anfängst: Starte mit ChatGPT. Es ist das bekannteste, hat die größte Community und funktioniert für den Einstieg für alles gut. Wenn du dann merkst, dass du bestimmte Dinge damit nicht so gut hinbekommst — dann probiere Claude oder Perplexity.
Kein Tool ist perfekt. Aber zusammen decken sie fast alles ab, was du brauchst. Mehr zu den Unterschieden zwischen den Tools und wann du welches nimmst, erkläre ich auch in meinem Artikel ChatGPT Alternativen: Claude und Perplexity erklärt.
