Ich erinnere mich noch genau. Mein erster Newsletter-Entwurf mit ChatGPT.
Ich hab reingeschrieben: „Schreib mir einen Newsletter über meinen neuen KI-Workshop." Und raus kam: „Sehr geehrte Damen und Herren, ich freue mich, Ihnen mitteilen zu dürfen, dass…"
Ich hab laut gelacht. Das war nicht ich. Das war nicht mein Ton. Das klang nach Behördenschreiben.
Das Problem ist nicht die KI. Das Problem ist, dass sie nicht weiß, wie du klingst. Und wenn sie das nicht weiß — schreibt sie im Standardmodus. Korrekt. Aber seelenlos.
Warum KI-Texte so oft nach KI klingen
ChatGPT hat Milliarden Texte gelesen. Dabei hat sie einen Mittelwert gelernt — den Durchschnitt aller Stimmen. Und der Durchschnitt klingt nun mal wie ein gut gemeinter, aber gesichtsloser Businesstext.
Die gute Nachricht: Du kannst ihr deinen Stil beibringen. Nicht einmal — sondern in jedem Gespräch neu. Und es dauert keine drei Minuten.
Der Schritt-für-Schritt-Weg
Schritt 1: Gib ihr einen Text von dir. Kopiere einen E-Mail-Text, einen WhatsApp-Nachricht, einen alten Newsletter — irgendetwas, das du selbst geschrieben hast und das deinen Ton gut trifft. Paste es in ChatGPT.
Schritt 2: Bitte sie, deinen Stil zu analysieren. Mit diesem Prompt:
ChatGPT wird dir eine präzise Beschreibung deines Stils liefern — oft überraschend treffsicher.
Schritt 3: Diese Analyse in den nächsten Prompt einbauen. Zum Beispiel so:
Das Ergebnis ist ein anderes. Versprochen.
Der dauerhafte Weg: Custom Instructions
Wenn du ChatGPT bezahlst (Plus-Abo), kannst du deine Stilbeschreibung ein für alle Mal in den „Custom Instructions" speichern. Das ist eine Einstellung, in der du der KI sagst wer du bist und wie sie immer mit dir schreiben soll.
Einmal eingerichtet — und jeder neue Chat startet bereits mit deinem Ton. Du musst nichts mehr erklären. Wie du das Schritt für Schritt einstellst, erkläre ich im Workshop. Oder du schaust direkt in ChatGPT unter Einstellungen → „Angepasste Anweisungen".
Was du nie reinkopieren solltest
Auch beim Stil-Training gilt: Keine echten Personendaten. Keine Kundennamen, keine Adressen, keine vertraulichen Inhalte. Nur deine eigene Sprache — das reicht vollständig. Mehr zum sicheren Umgang mit KI findest du in meinem Artikel KI und Datenschutz: Was du wirklich wissen musst.
