KI-Tools & Einstieg

ChatGPT ist nicht das einzige KI-Tool — diese zwei Alternativen solltest du kennen

März 2026 · 6 Min. Lesezeit

Fast alle Frauen kennen nur ChatGPT. Dabei gibt es Tools, die für bestimmte Aufgaben viel besser geeignet sind. Hier sind zwei, die ich täglich nutze — mit einem Prompt zum sofortigen Ausprobieren.

Montag Abend, 19 Uhr. Mein erstes eigenes Webinar. Etwa zwanzig Frauen im Raum — engagiert, neugierig, bereit.

Ich stelle die Frage in die Runde: „Welche KI-Tools kennt ihr?"

Stille. Dann, fast gleichzeitig: „ChatGPT."

Das war es. Alle zwanzig Frauen. Ein Tool. Als gäbe es nur einen einzigen Supermarkt auf der ganzen Welt.

Ich habe gelacht — und gleichzeitig gemerkt: Das ist kein Versagen. ChatGPT ist einfach das lauteste Tool. Das, worüber alle reden. Das, das zuerst da war und am stärksten beworben wurde.

Aber es ist nicht das einzige. Und für manche Aufgaben ist es nicht mal das beste.

In diesem Artikel stelle ich dir zwei Tools vor, die ich selbst täglich nutze — und erkläre, wann welches wirklich Sinn macht.

Warum reicht ChatGPT allein nicht?

KI ist kein einzelnes Programm. Es ist eine Werkzeugkiste. Genauso wie du für einen Nagel einen Hammer nimmst und für eine Schraube einen Schraubenzieher, gibt es für verschiedene Aufgaben verschiedene KI-Tools — mit echten Unterschieden.

ChatGPT ist vielseitig und gut darin, Text zu generieren und Ideen zu entwickeln. Aber es hat zwei Schwächen, die viele Nutzerinnen früher oder später frustrieren:

Veraltete Informationen: Das Basismodell hat einen Wissens-Cutoff. Es weiß nicht, was letzte Woche passiert ist.

Keine Quellenangaben: ChatGPT behauptet Dinge mit großer Zuversicht — ohne dir zu sagen, woher es das hat. Das kann bei wichtigen Entscheidungen problematisch sein.

Claude: Der ruhige Denkpartner

Claude ist ein KI-Tool des Unternehmens Anthropic und mein persönlicher Favorit für alles, was mit Denken, Schreiben und Strukturieren zu tun hat.

Texte schreiben und überarbeiten: E-Mails, Blogbeiträge, schwierige Nachrichten — Claude formuliert nuanciert und passt den Ton an, den du brauchst.

Gedanken sortieren: Wenn dein Kopf voll ist und du nicht weißt, wo du anfangen sollst, ist Claude ein geduldiger Sparringspartner.

Komplexe Themen vereinfachen: Claude erklärt schwierige Konzepte verständlich — ohne dich zu überfordern.

Lange Dokumente analysieren: Du kannst Claude einen Vertrag, Bericht oder Artikel hochladen und gezielt Fragen dazu stellen.

Claude ist kostenlos nutzbar unter claude.ai — du kannst direkt loslegen.

Perplexity: Die Recherche-Assistentin mit Quellenangaben

Perplexity ist das Tool, das ich immer dann öffne, wenn ich aktuelle Informationen brauche und wissen möchte, woher sie stammen.

Anders als ChatGPT durchsucht Perplexity bei jeder Anfrage aktiv das Internet — und zeigt dir immer die Quellen, aus denen es die Antwort zusammengestellt hat. Du siehst also nicht nur das Ergebnis, sondern kannst es direkt überprüfen.

Aktuelle Infos recherchieren: Preise, Gesetze, Neuigkeiten, Studien — Perplexity liefert immer den aktuellen Stand.

Fakten prüfen: Bevor du etwas Wichtiges glaubst oder weitergibst, kannst du mit Perplexity schnell nachprüfen, was wirklich belegt ist.

Themen schnell durchdringen: Wenn du ein neues Thema verstehen willst — von Steuerfragen bis zu medizinischen Begriffen — gibt Perplexity dir einen strukturierten Überblick mit Links zum Weiterlesen.

Perplexity ist kostenlos nutzbar unter perplexity.ai — kein Account nötig für den Einstieg.

ChatGPT, Claude oder Perplexity — wann nimmst du was?

Eine einfache Faustformel für den Alltag:

→ Du willst etwas schreiben oder formulieren? Nimm Claude.

→ Du brauchst aktuelle Fakten mit Belegen? Nimm Perplexity.

→ Du willst Ideen brainstormen oder kreativ werden? ChatGPT oder Claude sind beide gut.

Der Prompt zum direkten Ausprobieren: „Die Fakten-Finderin"

Dieser Prompt funktioniert direkt bei perplexity.ai — einfach kopieren, dein Thema einsetzen und staunen:

Du bist eine erfahrene Recherche-Assistentin, die präzise arbeitet und immer mit Quellenangaben belegt. Ich brauche aktuelle und verlässliche Informationen zu folgendem Thema: [dein Thema]. Bitte such gezielt danach und zeig mir die wichtigsten Fakten mit Quellenangaben. Ich möchte verstehen: Was ist gesichert? Was ist noch unklar? Und was sollte ich als nächstes lesen?

Ersetze [dein Thema] durch das, was dich gerade beschäftigt — zum Beispiel: „Elterngeld nach Selbstständigkeit", „neue Regelungen für Minijobs 2026" oder „Unterschied zwischen Burnout und Erschöpfungsdepression".

Fazit: Mehr Auswahl, mehr Kontrolle

Du musst nicht jedes KI-Tool kennen. Aber wenn du weißt, dass es mehr gibt als ChatGPT — und wofür das jeweilige Tool am besten geeignet ist — arbeitest du entspannter, schneller und mit mehr Vertrauen in deine Ergebnisse.

Mein Tipp für heute: Probiere Perplexity aus. Stell ihr eine Frage, die dich gerade beschäftigt — und schau, was zurückkommt. Du wirst überrascht sein, wie anders sich das anfühlt.

Und wenn du wissen möchtest, wie du als Einsteigerin wirklich mit KI startest — ohne YouTube-Tutorials, ohne Technikwissen, ohne Überforderung — dann wirf einen Blick auf meinen Einsteigerkurs.

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